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Über uns

Interview mit Inhaber Henrik Weymann

Sie haben 2010 den Betrieb von Ihren Eltern übernommen. Seit wann stand für Sie die Entscheidung fest, dass Sie in die Fußstapfen ihres Vaters treten wollen? 
Der Wunsch den Beruf des Bäckers zu ergreifen, entwickelte sich über die Jahre. Denn auch wenn ich mit der Backstube groß geworden bin, meine Eltern haben mir bei der Berufswahl immer freie Wahl gelassen. Während meines Schulpraktikums habe ich deshalb auch in anderen Branchen rein geschaut. Am Ende habe ich mich dann doch für den Weg des Bäckers entschieden. (lacht) Schließlich wurde der Betrieb vor über 100 Jahren von meinem Urgroßvater gegründet ... Aber das war nicht der Hauptgrund. Es war vor allem meine Leidenschaft für die Backkunst und die Möglichkeit, die lange Tradition der Familie erfolgreich weiterführen zu können. Ich glaube meine Eltern sind im Nachhinein ganz froh, dass ich mich für eine Bäckerlehre entschieden habe. Das freut mich natürlich.

Was gefällt Ihnen denn besonders an dem Beruf des Bäckers? 
In erster Linie gefällt mir, dass das Arbeiten in der Backstube echte Handwerks- und Teamarbeit ist. Da zählt jede Hand. Jedes Produkt und jeder Artikel ist das Ergebnis vom ganzen Team. Zum Beispiel stellt ein Bäcker den Brotteig her, andere bringen die Teigstücke in Form und wiederum ein anderer Bäcker backt die Brote im Ofen. Dabei muss alles "Hand in Hand" gehen, da uns in der Backstube auch immer die Zeit im Nacken sitzt und die Backwaren pünktlich ausgeliefert werden müssen.

Und wie ist das mit den Arbeitszeiten? Als Bäcker muss man doch recht früh aufstehen…
Das stimmt.  Aber an die Arbeitszeiten gewöhnen sich die Meisten recht schnell. Es dauert oft nur ein paar Wochen, bis man sich an den neuen Rhythmus gewöhnt hat. Das frühaufstehen ist für den Körper auch wesentlich gesünder, als wenn man beispielsweise in einem 3-Schicht-Betrieb arbeitet. Außerdem darf auch nicht vergessen werden, dass diejenigen die früh anfangen auch den ganzen Nachmittag frei haben. Gerade im Sommer ist man froh noch viel vom Tag zu haben.

Stichwort Qualität. Ist das ein wichtiges Thema bei der Bäckerei Weymann?
Sicher! Auf Qualität wird bei uns ganz besonders geachtet. Es ist ein laufender Prozess, der mit der Auswahl der Rohstoffe beginnt und erst beim Kunden an der Verkaufstheke endet. Wir achten z.B. sehr darauf, dass die verwendeten Rohstoffe möglichst aus der Region kommen. Unsere Wurstwaren beziehen wir aus dem 30 km entfernten Dinklage und unsere Eier bekommen wir direkt von einem Biohof aus Twistringen. Mit den meisten unserer Lieferanten arbeiten wir schon seit vielen Jahren zusammen. Wir achten beim Einkauf nicht vorrangig auf den günstigen Preis, sondern in erster Linie auf die Qualität. Ein weiterer wichtiger Faktor beim Thema Qualität ist natürlich die Herstellungsweise der Backwaren. Bei uns wird noch jedes einzelne Brot von Hand geknetet. Fertige Teiglinge gibt es bei uns nicht. Bei der Herstellung unserer Backwaren lassen wir uns Zeit und das schmeckt dann auch der Kunde. Das Thema Frische steht bei uns natürlich im Mittelpunkt. Deshalb werden unsere Fachgeschäfte und Backstuben 3-4 Mal die Woche auf kürzestem Weg beliefert.

Sie sind jetzt ja auch schon ein paar Jahre dabei. Was hat sich in der Bäckerwelt am meisten verändert?
Da hat sich einiges verändert.  Die größten Veränderungen findet man sicherlich im Sortimentsangebot. Vor ca. 10 – 15 Jahren gab es in einer Handwerksbäckerei generell viel weniger Vielfalt. Heute versucht der Bäcker den Kunden eine größere Auswahl zu bieten, als dieser im Supermarkt findet. Zum einen  haben sich die Ess- und Einkaufs-gewohnheiten der Kunden geändert. Es wird viel unterwegs, also to-go, gegessen und zum anderen erwartet der Kunde nebst belegten Brötchen und Kuchen auch kleine herzhafte Mahlzeiten, die darüber hinaus gehen. Daher ist es heute sehr wichtig, ein breites Angebot an schmackhaften Snacks anzubieten. Dazu gehören die beliebten Wraps und Bagels oder auch kleine Gerichte wie Salate, Pizza oder Pasta. Unsere Öffnungszeiten an den Sonn- und Feiertagen haben sich geändert. Vor 10 Jahren hatten wir nur für 3 Stunden geöffnet und es wurden ein paar Brötchensorten verkauft. Damit war der Kunde glücklich. (lacht) Heute sieht das ganz anders aus. Wir haben mit Ausnahme vom ersten Weihnachtstag und Neujahr jeden Tag im Jahr geöffnet und an Sonntagen in den meisten Fällen auch bis 18 Uhr.

Wenn man es den ganzen Tag mit Teigwaren zu tun hat, hat man da überhaupt noch Appetit auf Brot und Kuchen?
Selbstverständlich!! Es vergeht kaum ein Tag an dem ich keine frischen Brötchen esse. Dann am liebsten Laugenbrötchen. Die schmecken am besten wenn sie noch warm sind. Dann einfach Butter drauf und fertig. Lecker! Und auch sonst gibt es einiges an Kuchen, was ich sehr gerne esse. Aber dann nicht unbedingt jeden Tag. (lacht) Der Linie wegen.

Brot ist ja zu einem regelrechten Massenprodukt geworden. Beunruhigt Sie diese Entwicklung?
Es ist für uns Bäcker ein großes Problem, dass man heute an jeder Ecke, egal ob Discounter oder Tankstelle, Backwaren oder besser gesagt Massenfertigware kaufen kann. Viele achten nicht auf Qualität, sondern auf den Preis und dass sie das Brot direkt in einem Rutsch mit in den Einkaufswagen legen können. Man kann ein industriell hergestelltes Brot, das man im Discounter vorfindet, einfach nicht mit einem Brot vom Handwerksbäcker vergleichen. Bei den Backwaren aus dem Supermarktregal hat in der Regel kein Bäcker Hand angelegt und zum Großteil kommen diese Backwaren tiefgefroren aus Osteuropa und werden hier nur noch aufgebacken. Dadurch können diese Backwaren auch günstiger angeboten werden. Doch in den letzten Jahren beginnt sich das Qualitätsbewusstsein der Kunden zu verändern. Käufer wollen heute wissen, was im Brot drin steckt und wo die Backware hergestellt wurde. Sie wollen Geschmack und Qualität. Gerade Brot oder Brötchen werden mittlerweile nicht nur als "Sattmacher", sondern viel mehr als gesundes "Genusslebensmittel" geschätzt.

Warum würden Sie jungen Menschen empfehlen in der Backbranche eine Ausbildung zu machen?
Weil der Beruf, sowohl im Verkauf als auch in der Backstube sehr abwechslungsreich ist. Langeweile gibt es bei uns nicht. Im Verkauf muss man sehr kommunikativ sein und gerne mit Menschen zu tun haben. Kundenbestellungen annehmen und diese beim Einkauf zu beraten gehört genauso zu den Aufgaben, wie ein leckeres Frühstück anzurichten, Brötchen im Ofen abzubacken und Kaffeespezialitäten zuzubereiten. Auch in Hinblick auf die Familienplanung ist es immer möglich, mit flexiblen Arbeitszeitmodellen bei uns im Verkauf zu arbeiten. Ein weiteres Plus: Man sitzt nicht den ganzen Tag am Schreibtisch und trotzdem hält sich die körperliche Belastung in Grenzen. Dank dem Einsatz moderner Technik arbeiten auch Frauen sehr gerne in der Backstube. Aktuell besteht die Hälfte unsere Teams aus netten Kolleginnen. Und wichtiger denn je: Die Backbranche kann heute sichere Arbeitsplätze anbieten, was längst nicht in jeder Branche der Fall ist. Brot und Brötchen werden schon seit über tausend Jahren täglich gegessen, warum soll sich das in Zukunft ändern? Und das Schöne ist, als Bäcker sieht man am Ende des Tages, was man geschaffen hat.

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